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Fassade dämmen: Außendämmung, Kerndämmung oder Innendämmung?

Eine Außenwand lässt sich von außen, im Hohlraum zwischen zwei Mauerschalen oder von innen dämmen. Die Außendämmung, etwa als Wärmedämmverbundsystem, ist bauphysikalisch am einfachsten und am wirksamsten. Die Kerndämmung ist eine günstige Lösung für zweischaliges Mauerwerk. Innendämmung kommt vor allem dann in Frage, wenn die Fassade erhalten bleiben muss. Das BAFA fördert die Fassadendämmung mit 15 % (Stand Oktober 2026).

Die drei Wege im Vergleich

MethodeGeeignet fürVorteileNachteile
Außendämmung (z. B. Wärmedämmverbundsystem, vorgehängte Fassade)die meisten Massivbautendurchgehende Dämmschicht, kaum Wärmebrücken, Wohnfläche bleibtGerüst nötig, verändert das Erscheinungsbild, Anschlüsse an Fenster und Dach müssen mitgeplant werden
Kerndämmungzweischaliges Mauerwerk mit Luftschichtgünstig, schnell, Fassade bleibt unverändertDämmstärke durch Hohlraum begrenzt, nicht für jedes Mauerwerk geeignet
InnendämmungDenkmal, erhaltenswerte Fassaden, einzelne RäumeFassade bleibt erhalten, raumweise möglichkostet Wohnfläche, Feuchteschutz muss genau geplant werden

Außendämmung

Bei einem Wärmedämmverbundsystem werden Dämmplatten auf die Wand geklebt, oft zusätzlich gedübelt, und verputzt. Alternativ gibt es vorgehängte, hinterlüftete Fassaden mit einer Bekleidung aus Holz, Faserzement oder anderen Materialien. Wichtig ist die Planung der Anschlüsse: Fensterlaibungen, Dachüberstand, Sockel und Balkone. Wer die Fassade dämmt, sollte prüfen, ob auch die Fenster in den nächsten Jahren getauscht werden, denn dann lassen sich beide Maßnahmen gut verbinden. Mehr im Ratgeber Fenster tauschen.

Kerndämmung

Viele Häuser aus der Mitte des 20. Jahrhunderts haben zweischaliges Mauerwerk mit einer Luftschicht dazwischen. In diesen Hohlraum kann Dämmstoff eingeblasen werden. Die Maßnahme ist schnell und vergleichsweise günstig. Vorher sollte geprüft werden, ob der Hohlraum durchgehend ist und die äußere Schale für eine Kerndämmung geeignet ist.

Innendämmung

Eine Innendämmung ist die Lösung, wenn die Außenansicht erhalten bleiben soll, etwa bei Fachwerk, Klinker- oder Sandsteinfassaden und bei Baudenkmälern. Sie ist bauphysikalisch anspruchsvoller, weil die Wand dahinter kälter wird und Feuchte sich nicht in der Konstruktion sammeln darf. Kapillaraktive Dämmstoffe und eine genaue Planung der Anschlüsse an Decken und Innenwände sind hier besonders wichtig. Mehr im Ratgeber Denkmal energetisch sanieren.

Anforderungen und Förderung

Für die BAFA-Förderung muss die gedämmte Außenwand die Technischen Mindestanforderungen der BEG erfüllen, häufig wird dafür ein U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K) genannt. Für Innendämmung und Denkmäler gelten teilweise abweichende Werte. Ein Energieeffizienz-Experte muss eingebunden sein und prüft die Planung vor dem Antrag. Der Fördersatz beträgt 15 %, mit Sanierungsfahrplan ab 30.000 € Investition zusätzlich 5 %. Mit Fahrplan steigen die förderfähigen Höchstkosten bei der ersten Wohneinheit von 30.000 € auf 60.000 €, was bei einer Fassadendämmung schnell relevant wird.

Typische Fehler

  • Fenster bleiben in der alten Ebene, und die Laibung wird zur Wärmebrücke.
  • Die Fassade wird gedämmt, die Lüftung aber nicht bedacht. Mehr im Ratgeber Lüften nach der Sanierung.
  • Innendämmung ohne Feuchteschutzplanung.
  • Auftrag vor dem Förderantrag unterschrieben.

Ein Blick auf die Kosten

Die Kosten einer Fassadendämmung hängen von der Fläche, dem System, dem Zustand des Untergrunds und den Anschlüssen ab. Gerüst, Fensterbänke, Laibungen, Regenrinnen und Sockel machen einen spürbaren Teil aus. Wer ohnehin neu verputzen oder streichen muss, spart, weil diese Arbeiten in der Dämmung aufgehen. Mit Sanierungsfahrplan sind bei der ersten Wohneinheit bis 60.000 € förderfähig, mit 15 % Grundförderung also bis 9.000 € Zuschuss, dazu ab 30.000 € Investition der iSFP-Bonus (Stand Oktober 2026).

Häufige Fragen

Welche Fassadendämmung ist die beste?

Bauphysikalisch ist die Außendämmung meist die beste Lösung. Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Kerndämmung eine günstige Alternative, bei erhaltenswerten Fassaden die Innendämmung.

Wie viel Förderung gibt es für die Fassadendämmung?

Das BAFA fördert 15 %, mit Sanierungsfahrplan ab 30.000 € Investition zusätzlich 5 % (Stand: Oktober 2026).

Bekommt man durch Dämmung Schimmel?

Nicht durch die Dämmung selbst. Schimmel entsteht durch Feuchte, etwa bei Planungsfehlern oder wenn nach dem Fenstertausch zu wenig gelüftet wird.

Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026, geprüft am 05.10.2026. Förderbedingungen ändern sich kurzfristig, maßgeblich sind die verlinkten Primärquellen.

Dieser Ratgeber fasst allgemeine Informationen aus den genannten Quellen zusammen und ersetzt keine Beratung für Ihr Gebäude. Förderbedingungen und Gesetze können sich kurzfristig ändern.

Erstgespräch anfragen

Sagen Sie mir kurz, worum es geht und wo das Gebäude steht. Ich rufe Sie zurück und wir besprechen, welche Beratung und welche Förderung für Ihr Haus in Frage kommen.

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  • Die Energieberatung bezuschusst das BAFA mit 50 % des Honorars (höchstens 650 € beim Ein- oder Zweifamilienhaus, Stand Oktober 2026)
  • Den Förderantrag kann ich mit Ihrer Vollmacht für Sie stellen

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